Über die Würde des Menschen

Wenn wir dies (…) erreicht haben, dann sind wir schon vom Geiste eines Cherubs beseelt und können alle Stufen der Leiter, das heißt der Natur, als Philosophen von Mittelpunkt zu Mittelpunkt durchschreiten.“

Mit dieser Rede, die er leider nie halten konnte (veröffentlicht posthum1496), hat Giovanni Pico della Mirandola außer die Würde des Menschen zu postulieren auch die der Philosophie bewiesen. Sein Humanismus setzt den Menschen auf die Bühne zum Staunen aller anderen Wesen, einschließlich der verschiedenen Engelshierarchien. Er sei das Wesen, das sein kann was es will. Er ist frei. Und der erste Schritt auf dem Weg nach oben (oder in Richtung Unsterblichkeit) ist immer, zu philosophieren.

Giovanni Pico della Mirandola gehörte in den Kreis um Lorenzo il Magnifico Medici. Zusammen mit Angelo Poliziano und Marsilio Ficino bildete er den Kern des italienischen Humanismus in der Renaissance.

Eine unerwartet hohe Zahl Namen der ehrwürdigsten Philosophen, Gelehrten und Kirchenvätern. Von den Orphikern, den Platonikern, Neuplatonikern, den Chaldäern, Persern, Arabern und Kabbalisten bis zu den Zeitgenossen aus der Scholastik. Allen wird gedacht. Keiner einzelnen „Schule“ folgt er. Und er verteidigt sich und sein Projekt gegen alle schon im Vorfeld geäußerten Übelmeinungen welche letztlich auch an dem Verbot der Ausführung schuld waren. Er wurde der Ketzerei beschuldigt und mit einem Kirchenbann belegt.

Jacob Burckhardt bezeichnet die Rede als „eines der edelsten Vermächtnisse der Kulturepoche“.

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