Die Geschichte Friedrichs III und Maximilians I

Joseph Gruenpeckh, deutscher Humanist vom Anfang des 16.Jahrhunderts, schreibt die Geschichte von Vater und Sohn. Die beiden Kaiser haben die Entwicklung der europäischen Politik, Kultur und Gesellschaft maßgeblich geprägt. In dieser Zeit des Übergangs vom Feudalismus zu einem moderneren Staatswesen legten sie den Grundstein für das mächtige Habsburgerreich. Wir erfahren viel über ihre Persönlichkeiten und lernen in den 46 illustrierten Kapiteln den kaiserlichen Alltag kennen. In Auftrag gegeben hatte es Maximilian I. Er schaute dem Verfasser dabei auch über die Schulter und schrieb hier und da Bemerkungen an den Rand des Buches.

„Kein Fürst, wenigstens nicht einer, der seinen Staat liebe, dürfe die so heilsame Kenntnis des Geschehenen, aus welcher die Nährstoffe der Tugenden beständen, unerschlossen lassen“

Anmerkungen zu einigen Kapiteln

1Homer, Quintus Ennius, Cicero, Vergil, Titus Livius, Sueton – Schriftsteller der griechischen und römischen Antike. — Francesco Filelfo, Marsiglio Ficino, Angelo Poliziano, Christophoro Landino, Giovanni Pico della Mirandola – Philosophen des florentinischen Humanismus im 15. Jahrhundert. Sygeon – Grabstätte Achilleus‘ in der Türkei am MIttelmeer nicht weit von Troja

2Allobroger – keltischer Stamm zwischen Genfer See und Lyon, der 121 v. Chr. von der römischen Armee unter Quintus Fabius Maximus bei ihrem Hauptort Vienne unterworfen wurde.

4Pannonien wird für Österreich als auch für Ungarn gebraucht. — Matthias Corvinus – 1443-1490, war von 1458 bis 1490 König von Ungarn und von Kroatien, von 1469 bis 1490 (Gegen-)König von Böhmen und Eroberer weiter Teile der Habsburgischen Erblande, die er von 1485 bis 1490 von Wien aus beherrschte. — Ketzer Hirsik – Georg von Podiebrad 1420-1471 war ab 1448 Landesverwalter von Böhmen und von 1458 bis 1471 König von Böhmen. Vermittelt den „Prager Frieden“ von 1463. Georg von Podiebrad war der erste König im spätmittelalterlichen Mitteleuropa, der sich von der Römischen Kirche abwandte und die Konfession der gemäßigten Hussiten annahm. Am 23. Dezember 1466 wurde er vom Papst Paul II. exkommuniziert.

7Nissia – Neuss, Belagerung 1474. — „Moriner und Allobroger“, So werden die Bevölkerungen der Niederlande und Burgunds bezeichnet.

8Faselen (Vessel?) und Myoparones sind lange schmale Schiffe.

93.Tagesstunde = 8-9 Uhr, 4.Tagesstunde = 9-10 Uhr.

12Puciner – Wein aus Istrien. Wurde schon von Plinius (24-79 NChr.) erwähnt.

13 – Ist die kaum zu identifizierende Gestalt nun ein Kamel oder ein Strauss?

Sebusianer – Keltischer Stamm westlich der Schweiz. Das ganze Kapitel + Zeichnung sind durchgestrichen.

14Kalenden = erster Tag des Monats, Iden = 15. Tag des Monats.

20„Juden“ = „Wahrsager“, kein Grund, Maximilian oder Joseph Grünpeck Antisemitismus zu unterstellen.

25 – Am 19. August 1477 heiratete Erzherzog Maximilian von Österreich in Gent im Schloss Ten Walle Erbherzogin Maria von Burgund, Tochter von Karl dem Kühnen, der kurz zuvor in der Schlacht bei Nancy gefallen war.

26Flamminger – Flamen.

27Monapier – Die Menapier waren ein keltisch-germanisches Mischvolk im belgischen Gallien, das um 52 v. Chr. von den Römern unter Caesar im Gallischen Krieg unterworfen wurde.

Die Moriner waren westliche Nachbarn der Menapier. Die Moriner lebten im damals sumpfigen und waldreichen Küstengebiet zwischen dem heutigen Dünkirchen und Le Touquet-Paris-Plage.

28Die Schlacht bei Terbone, Tervane wurde in einer französischen Ortschaft namens Guinegate in der Picardie ausgetragen, heute heißt sie Enguinegatte im Département Pas-de-Calais. Sie ereignete sich am 17. August 1479. Anlass für die Schlacht war der Streit über den Besitz des Burgundischen Erbes Karls des Kühnen zwischen Erzherzog Maximilian I. und König Ludwig XI. von Frankreich.

29Dendermonde – Stadt in Belgien zwischen Gent und Brüssel. Schon im 13. Jahrhundert war Dendermonde eine ummauerte und umwallte Stadt.

30Tod Marias 26.3.1482 zu Brügge. — „durch des Schicksals Gewalt“ – Tod Friedrichs am 19. August 1493.

32 Albrecht von Sachsen – 1443-1500 war Herzog von Sachsen, Gubernator von Friesland und den Habsburgern ergeben.

Wladislaus von Böhmen – Vladislav II. von Böhmen und Ungarn, 1456-1516, war seit 1471 König von Böhmen und ab 1490 bis 1516 König von Ungarn und Kroatien.

Fouragirer – Fourage, heist alles das, wovon ein Pferd unterhalten werden kann, als Heu, Haber, Stroh, [et cetera] Fourage wird auch gesagt von derer Reuter Verrichtung, welche ausreuten und mähen, und Graß, Stroh und Heu auf dem Felde wegnehmen.

Stuhlweißenburg – Székesfehérvár ist eine Stadt in Ungarn und wird auch „Stadt der Könige“ genannt, da sie im Mittelalter neben Buda die Krönungsstadt der ungarischen Könige war.

36 – 1 Stadion = 177m.

Ptolemäus – 100-160, er lebte in Alexandria in der römischen Provinz Ägypten. Insbesondere seine drei Werke zur Astronomie, Geografie und Astrologie galten in Europa bis zur frühen Neuzeit als wissenschaftliche Standardwerke und wichtige Datensammlungen.

41Illyrier – Yugoslawen.

48 – der Altan ist eine offene, auf Stützen oder Mauern ruhende Plattform eines Obergeschosses eines Gebäudes. — Bindelicier – germanischer oder keltischer Stamm aus der Gegend Augsburgs. — Herkuniaten – kleines keltisches Volk westlich Budapest‘ an der Donau.

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