Skizzen 1

… ihr Aufzeichner menschlicher Begebenheiten, was gilt es, bei eben erzählter Begebenheit stand in zwölf Zeitungsblättern: »Den und den Tag ward gerichtet N. N.! Er hatte liederlich sein ganzes Vermögen verschwendet und dann seine Frau umgebracht.« Kein unwahres Wort, und doch jedes so falsch!

Die hier gelesenen Kriminalfälle sind alle wahre Begebenheiten. August Gottlieb Meißner hat sie gesammelt, (1778–1796 veröffentlicht) wie später seine deutschen Kollegen Volkslieder und Märchen. Und er hat sie erweitert. Er gibt den Protagonisten aus den Gerichtsfällen und Zeitungsberichten so etwas wie Würde und Tiefe. Zum ersten Mal werden Opfer und Täter aus psychologischen und sozialen Kategorien betrachtet.

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Die Inoculation der Liebe

Von den Pocken und von der Liebe bleibt niemand verschont“.

Diese aus dem 18. Jahrhundert stammende Redewendung verdeutlicht die Bedeutung der Pocken für die damals lebenden Menschen. So kann das 18. Jahrhundert als das Jahrhundert der Pocken/Blattern bezeichnet werden. Kaum eine Krankheit bestimmte das Leben der Menschen in dieser Zeit mehr.

von Moritz August von Thümmel

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Die Reise nach Braunschweig

ein comischer Roman

„…Unsere Schriften gehen reißend ab, weil sie lustig zu lesen sind, nicht viel Kopfbrechens kosten und nicht übermäßig lehrreich sind.“

Dieser 1792 nur zur eigenen Ablenkung geschriebene komische Roman war das beliebteste und erfolgreichste Buch von Adolph Knigge. Den Ruhm des etwas früher verfassten „Über den Umgang mit Menschen“ überstand es nicht (leider!).

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Der Landprediger

»Ich frage Sie nur«, versetzte der Spezial, »ob Sie Seelsorger oder Verwalter Ihrer Gemeinen sind.« – »Beides«, antwortete ich. »Wäre es auch nichts weiter, Herr Propst, als daß ich durch Mitteilung dieser Kenntnisse eine Herrschaft über ihre Seelen erlangte und heilsamern Wahrheiten den Weg bahnte, so müßte diese Methode schon alle Ehrfurcht verdienen.«

von Jakob Michael Reinhold Lenz

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Der Waldbruder

„Das Bild, Rothe! oder ich bin des Todes – „

Die Erzählung in Briefen „Der Waldbruder“ (erschienen 1797) von Jakob Michael Reinhold Lenz, die leider Fragment geblieben ist, variiert das Thema des „Werthers“ und scheint dabei dessen Verfasser (Goethe) verschlüsselt darzustellen.

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